Social Media-Interview mit Fachverlagen - Bund-Verlag // Foto: DesignCue

Social Media für Fachverlage: Im Interview mit dem Bund-Verlag

Durch Social Media eine zuverlässige Newsquelle bieten und dadurch ganz nah an der Zielgruppe agieren

Der Bund-Verlag ist der führende Fachverlag für Betriebsräte, Personalräte und Gewerkschaften. In Print- und Online-Medien bietet er Expertenwissen zum Arbeits- und Sozialrecht, praxisnahe Handlungshilfen und aktuelle Rechtsinformationen. Das sind Themenbereiche, die ständig im Wandel sind. Über die Bespielung der Social-Media-Kanäle versorgt der Bund-Verlag nun seine Zielgruppe nachhaltig mit diesen Themen und wird mit viel Feedback belohnt. BWH befragt Fachverlage nach ihrer Strategie & Zielen und den Erfahrungen in der praktischen Umsetzung.

Jessica Weigel, Bereichsleitung Digitale Medien bei BWH GmbH, im Social-Media-Interview mit Juliane Benad, Social Media und Online Marketing, Bund-Verlag GmbH

 

Der Bund-Verlag ist auf Facebook, Googleplus, Twitter und auch auf Xing unterwegs. Seit wann bespielen Sie diese Kanäle und mit welcher Intention?
Benad: Auf Facebook, Googleplus und Twitter sind wir schon einige Jahre zumindest anwesend. So richtig aktiv und mit Kontinuität bespielen wir diese Social-Media-Kanäle seit Anfang 2015. Auf Xing sind wir ganz neu seit Juni 2016 unterwegs. Wir möchten auf unseren Kanälen unseren Zielgruppen, das für ihre Arbeit wichtige Fachwissen anbieten, und direkt mit ihnen in Kontakt treten und kommunizieren.

Juliane Benad, Bund-Verlag
Foto: J. Benad
BWH im Social-Media-Interview mit Fachverlagen: Juliane Benad, Bund-Verlag

Wer ist Ihre Zielgruppe für Social-Media-Aktivitäten? Haben Sie ein Zielgruppenprofil erstellt, an dem Sie sich orientieren?
Benad: Wir richten uns mit unseren Social-Media-Kanälen hauptsächlich an unsere beiden Hauptzielgruppen Betriebs- und Personalräte. Interessant sind unsere Inhalte natürlich auch für deren anwaltliche Vertretungen, Gewerkschaftssekretäre, Bildungsanbieter und an Arbeitsrecht interessierte Arbeitnehmer.

Wir haben einen Leitspruch: Ganz nah dran.

Kommen wir auf den strategischen Ansatz zu sprechen. Welches strategische Ziel haben Sie sich mit der Bespielung der Kanäle gesetzt?
Benad: Wir haben einen Leitspruch: Ganz nah dran. Über die sozialen Medien möchten wir noch stärker in den direkten Dialog mit unseren Zielgruppen einsteigen.

Auf Twitter und Googleplus ist der Verlag unter dem Namen Bund-Verlag zu finden, während die Bezeichnung auf Facebook „Fachwissen für Betriebsräte“ heißt und nur das Profilbild verrät, dass es sich um den Account des Bund-Verlags handelt. Was steckt dahinter?
Benad: Auf Twitter und Googleplus kommunizieren wir seit unserem Start mit unserem Firmennamen. Auf Facebook war dies anfangs genauso. Wir stellten aber im Zuge unserer Neu-Planungen Anfang 2015 fest, dass es besser wäre, mit dem Facebook-Seiten-Namen deutlich zu machen, was wir bieten, nämlich Fachwissen für Betriebsräte.

„Fachwissen für Personalräte“ bei Facebook
BWH im Social-Media-Interview mit Fachverlagen: Fachwissen für Personalräte bei Facebook


Da wir uns dann aber nur noch an Betriebsräte im Schwerpunkt wandten, war die logische Konsequenz auch eine Facebook-Seite für Personalräte ins Leben zu rufen.

Betriebs- und Personalräte interessieren durchaus ganz unterschiedliche Themen. Außerdem haben sie unterschiedliche gesetzliche Grundlagen, die für Ihre Arbeit wichtig sind.

Würden wir beide über einen Kanal ansprechen, so würden wir wiederum viel irrelevanten Content für die eine oder andere Zielgruppe posten. Mit zwei Facebook-Seiten sprechen wir Betriebs- und Personalräte gezielt an und sind damit sehr erfolgreich.

Ob wir bei Twitter und Googleplus einmal ähnlich vorgehen werden, wissen wir noch nicht. Allein die Begrenzung des Twitter-Handles auf 15 Zeichen spräche dagegen ;-)

Xing-Newsseiten sind u.a. an eine Publikation gebunden. Deshalb sind wir erst einmal mit unseren beiden größten Fachzeitschriften „Arbeitsrecht im Betrieb“ und „Der Personalrat“ gestartet und sammeln hier erste Erkenntnisse.

Bund-Verlag bei Twitter
BWH im Social-Media-Interview mit Fachverlagen: Bund-Verlag bei Twitter


Wie schwer ist es für Ihre Zielgruppe relevanten Content zu erstellen?

Benad: Wir produzieren hier intern jeden Tag viel Content hauptsächlich in Textform. Das können  Artikel zur neuesten Rechtsprechung, Interviews mit Arbeitsrechtsexperten oder auch Checklisten für die tägliche Arbeit unserer Zielgruppe sein. Nichtsdestotrotz versuchen wir auch Inhalte aus anderen Quellen zu kuratieren, immer ganz klar mit dem Fokus auf unsere Zielgruppe.

Man sollte seinen Fans und Followern zeigen, dass hinter den entsprechenden Social-Media-Accounts Menschen sitzen, mit denen sie kommunizieren.

Wie ist Ihre Meinung zu softwarebasierten Postingplänen? Notwendig oder zu hoch aufgehängt? Wie wird es intern in Ihrem Verlag organisiert?
Benad: Man sollte seinen Fans und Followern zeigen, dass hinter den entsprechenden Social-Media-Accounts Menschen sitzen, mit denen sie kommunizieren. Ich persönlich halte nichts vom vollautomatisierten Posten. Trotzdem braucht es Planung, denn unsere Fans oder Follower sind nicht unbedingt dann online, wenn ich Zeit habe, die Posts vorzubereiten.

Was ich überhaupt nicht verstehen kann: Wenn Unternehmen ihre Facebook-Posts automatisch zu Twitter posten, um Zeit zu sparen.

Jedes Netzwerk benötigt eine eigene Ansprache.
Die Zeit sollte man sich nehmen, ansonsten bleibt auch der Erfolg aus.

Welchen Stellenwert hat Social Media generell in Ihrem Unternehmen und inwieweit sollten Kollegen einbezogen werden? Denn nutzen wir nicht fast alle selber Social Media und können etwas beisteuern?
Benad: Wir haben erkannt, dass wir am Digitalen nicht mehr vorbei kommen und verändern uns entsprechend, Schritt für Schritt. Das alles braucht Zeit und auch Überzeugungsarbeit.

Grundsätzlich halte ich es für sehr wichtig, dass besonders die Kollegen eingebunden werden, die sich direkt an der Basis, also an der Zielgruppe aufhalten und hier ihr Netzwerk haben. Dafür braucht es allerdings auch social-media-affine Mitarbeiter, die auch bereit sind, ihre persönlichen Kanäle für das Unternehmen einzusetzen. Das muss meiner Meinung jedoch unbedingt freiwillig geschehen, ansonsten ist es nicht authentisch.

Ihre Inhalte werden z.B. auf „Fachwissen für Betriebsräte“ bei Facebook häufig geteilt. Findet ein Austausch mit Mehrwert statt, der Ihnen vielleicht sogar zeigt, in welche Richtung neue Inhalte des Verlags gehen können?
Benad: Wir erhalten regelmäßig Feedback zu unseren Posts, ob direkt oder zwischen-den-Zeilen-zu-lesen. Ich konnte hier schon einige Ideen und Vorschläge an unsere Online-Redaktion herantragen. Wenn wir entsprechend darauf reagieren und z.B. einen Folgeartikel veröffentlichen, der genau die gestellten Fragen beantwortet, werden wir mit einer tollen Reichweite belohnt.

„Fachwissen für Betriebsräte“ bei Facebook
BWH im Social-Media-Interview mit Fachverlagen: Fachwissen für Betriebsräte bei Facebook


Stichwort Monitoring, und damit ein Thema, dass man schwer greifen kann, und doch nicht außer Acht zu lassen ist: Erzielen Sie durch Ihren Social-Media-Einsatz einen messbaren Mehrwert? Wenn ja, wie sieht dieser aus? Wenn nicht, warum geht es trotzdem weiter?

Benad: Definitiv erzielen wir einen Mehrwert, denn unsere Fachartikel auf unserer Website werden, seit wir Social Media intensiv nutzen, noch mehr gelesen. Wir erschließen uns hier eine jüngere und online-affinere Zielgruppe, die wir über die klassischen Kanäle (womöglich) heute nicht mehr erreichen würden.

Wenn wir nicht in den sozialen Medien vertreten sind, dann sind es andere. Und wir können sicher sein: Ob wir präsent sind oder nicht, gesprochen wird in den sozialen Medien sowieso über uns. Deshalb sollten wir auch dabei sein und können ggf. mitdiskutieren, Dinge klarstellen oder Fragen stellen.

Zum Schluss noch 3 Fragen und eine kurze Einschätzung von Ihnen.
Was sind die größten Stolpersteine?
Benad: Social Media und deren Funktionsweise versteht man nicht von heute auf morgen. Social Media muss ausprobiert und gelebt werden. Nur wer Spaß an Social Media hat, schreibt gute Postings und begeistert seine Community. Deshalb sollte derjenige, der die Social-Media-Kanäle eines Unternehmens betreut, nicht dazu verdonnert werden, sondern Begeisterung für das Social Web zeigen und selbst dort auch aktiv sein.

Nur wer Spaß an Social Media hat, schreibt gute Postings und begeistert seine Community.

Wo sehen Sie die größten Chancen?
Benad: Man ist nah dran an seiner Zielgruppe und erhält wichtiges und ehrliches Feedback, ohne Wenn und Aber und öffentlich.

Welcher ist Ihr schönster Social-Media-Moment?
Benad: Wenn ein Social Media-Post so richtig durch die Decke geht. :-)

Vielen Dank für das Beantworten der Fragen, Frau Benad.

 

Teaserbild: DesignChue



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Über den AutorJessica Weigel kümmert sich um Digitales Publizieren und die Projekte im Haus BWH – von der Wissensbilanz, über Publishing Services bis zum qualifizierten Projektmanagement. Außerdem ist sie reiselustig und festivalerfahren.
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