Social Media-Interview mit Vereinen & Verbänden: DLRG // Foto: David Straight

Social Media für Vereine & Verbände: Im Interview mit der DLRG

Social Media als Plattform zum Aktivieren, Begeistern und Unterstützen der Community

Der Bereich der Online-Kommunikation rückt für Vereine & Verbände in der Öffentlichkeitsarbeit immer weiter in den Fokus und ist nicht mehr wegzudenken. BWH befragt Vereine & Verbände nach ihren Erfahrungen in der praktischen Umsetzung.

Jessica Weigel, Bereichsleitung Digitale Medien bei BWH GmbH, im Social-Media-Interview mit Martin Holzhause, Referent für Öffentlichkeitsarbeit bei der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG)

Martin Holzhause, Referent für Öffentlichkeitsarbeit, DLRG
BWH Social Media-Interview mit der DLRG: Martin Holzhause

BWH: Die DLRG ist auf den unterschiedlichen Social-Media-Plattformen vertreten, vor allem spielt Facebook eine große Rolle. Neben der Hauptseite bespielen auch viele Ortsgruppen eigene Seiten. Dazu ist der YouTube Channel DLRGTube reichlich und aktuell bestückt. Seit wann ist die DLRG auf den Plattformen aktiv und welchen Stellenwert hat Social Media im Verein?
Holzhause: Grundsätzlich müssen wir zwischen den Kanälen unterscheiden, die wir als Bundesverband der DLRG betreuen, und denen, die viele unserer bundesweit 2.000 Gliederungen selbstständig betreiben. Als Bundesverband sind wir seit einigen Jahren auf mehreren Plattformen aktiv.

Unser Fokus liegt momentan ganz klar auf Facebook und unserem DLRGTube-Channel auf YouTube. Seit knapp einem Jahr sind wir zudem dabei, eine Community auf Instagram aufzubauen.

Der Stellenwert von Social Media ist in den vergangenen Jahren natürlich größer geworden. Sie bieten uns immer wieder neue Möglichkeiten, unsere Zielgruppen aktiv anzusprechen. Ein guten Beispiel sind die vielen Hundert Kanäle unserer Gliederungen, die nicht nur auf den Besuch ihrer Website warten, sondern aktiv auf die Menschen in ihrer Region zugehen.

BWH: Welche Strategie steht für die DLRG hinter dem Social-Media-Engagement?
Holzhause:
Zum einen geht es uns darum, noch mehr unserer Mitglieder und auch Förderer als aktive Teilnehmer für die Community zu gewinnen.

Zum anderen wollen wir Menschen für unsere Arbeit interessieren, sie nach Möglichkeit dafür begeistern und zum Mitmachen oder Unterstützen bewegen.

Martin Holzhause, Referent für Öffentlichkeitsarbeit, DLRG

Daneben leisten wir gerade in den Sommermonaten Aufklärungsarbeit, um beispielsweise Menschen vor den Gefahren von Gewässern zu warnen, Verhaltenstipps zu vermitteln und ihnen die Wichtigkeit des Schwimmenlernens aufzuzeigen. In unserer App DLRG Info können Menschen jederzeit abrufen, welche Gewässer in der Nähe von der DLRG bewacht werden, zu welchen Zeiten und ob die Wasserrettungsstation gerade besetzt ist.

BWH: Welche Konsequenzen hat das bei der Bespielung der Kanäle? Gibt es eine Aufteilung des Teams, die sich mit der Zielgruppe intensiv beschäftigt?
Holzhause:
In erster Linie konzentrieren wir uns darauf, relevante Inhalte zu entwickeln, mit denen wir möglichst viel Interaktion erzeugen können. Das funktioniert natürlich nur, wenn man dabei die Zielgruppen im Blick hat. Aktuell konzentrieren wir uns sehr auf unsere Mitglieder, Förderer und Menschen mit einem gewissen Interesse an der Arbeit der DLRG, die wir bislang noch nicht für unsere Community gewinnen konnten.

Und vielleicht noch ein Beispiel: Für den Rettungssport, für den sich eine große Minderheit unserer Mitglieder sehr stark begeistert, haben wir vor zwei Jahren eine neue Facebookseite an den Start gebracht, um für ihr Interesse ein passendes Angebot zu schaffen.

Facebook: DLRG Rettungssport (www.facebook.com/DLRGRettungssport)
BWH Social Media-Interview mit der DLRG: Facebook DLRG Rettungssport

 

BWH: Wie ist Ihre Meinung zu softwarebasierten Postingplänen? Notwendig oder überflüssig? Wie wird es intern im Verein organisiert?
Holzhause: Die sind aus meiner Sicht wirklich sinnvoll und können Arbeitsprozesse sicher vereinfachen. Eine Software für die Planung von Inhalten auf mehreren Kanälen ist für uns aber momentan noch verzichtbar. Wir arbeiten mit einem internen Redaktionsplan und nutzen für unsere Facebookseiten natürlich viel den entsprechenden Planer.

In der Regel bietet jede Organisation oder jedes Unternehmen genug Geschichten.

Martin Holzhause, Referent für Öffentlichkeitsarbeit, DLRG

 

BWH: Wenn ich nun loslegen möchte. Haben Sie Tipps wie ich schnell an passende Inhalte gelange? Werden sie ausschließlich für Social Media erstellt oder sind es Extrakte aus den Magazinen wie dem Mitgliedermagazin Lebensretter?
Holzhause: In der Regel bietet, denke ich, jede Organisation oder jedes Unternehmen genug Geschichten. Die Frage sollte dann eher lauten, sind die angedachten Inhalte auch wirklich von Interesse für meine Zielgruppe und wie bereite ich diese auf? Wir selbst setzen bei Inhalten auf einen breiten Mix. Wir entwickeln viele Beiträge direkt für Social Media, kommunizieren aber natürlich auch stark crossmedial, wobei unsere Website die zentrale Plattform ist. Wir teilen zum Beispiel häufiger News und andere Beiträge auf den Social-Media-Kanälen. Auch den aktuellen Newsletter, zurückliegende Ausgaben unseres Magazins oder Filme können direkt auf unserer Website konsumiert werden.

Mit der Lebensretter-App haben wir vor einiger Zeit neben Website und Social-Media-Kanälen ein weiteres Online-Medium geschaffen, das verschiedene Informationsangebote gebündelt zur Nutzung auf Mobilgeräten bereitstellt.

Kiosk-App des Mitgliedermagazins DLRG Lebensretter für iOS und Android
BWH Social Media-Interview mit der DLRG: Kiosk-App DLRG Lebensretter

 

BWH: Video und Bewegtbild spielen eine immer größere Rolle und auch die DLRG setzt sie mit dem DLRGTube ein. Da hört man oft die Frage: lohnt sich das?
Holzhause:
Mit DLRGTube wollen wir zeigen, auf wie vielfältige Weise sich Menschen in der DLRG engagieren. Die kurzen Filme stellen dabei auch Menschen vor, die mit viel Herzblut ihre Freizeit dafür investieren, dass Kinder das Schwimmen lernen, Menschen beim Schwimmen am See sicher sind und vieles mehr. Das soll natürlich auch zum Mitmachen bewegen. Für uns lohnt sich das Projekt auf jeden Fall.

Neben YouTube spielen wir jeden neuen Film auch auf unserer Facebookseite. Und es ergeben sich weitere Einsatzmöglichkeiten: So nutzen wir selbst, aber auch viele unserer Gliederungen, die Filme, als ergänzendes Kommunikationsmittel auf Veranstaltungen.

YouTube-Channel DLRGTube (www.dlrgtube.de)
BWH Social Media-Interview mit der DLRG: YouTube-Channel DLRGTube

 

BWH: Inwieweit haben Reaktionen in Form von Kommentaren oder Nachrichten Auswirkungen auf die Arbeit und Projekte des Vereins? Findet ein Austausch mit den Mitgliedern mit Mehrwehrt statt? Hat sich die direkte Kommunikation durch Social Media sogar verändert?
Holzhause: Das Feedback hat auf jeden Fall Auswirkungen auf unsere Arbeit in der Kommunikation. Die Wege, um die Arbeit und Projekte im Verband mitzugestalten, sind aber andere. Die inhaltliche Weiterentwicklung wird sicher auch künftig durch Arbeitskreise und Gremientagungen bestimmt. Aber auch hier haben die sozialen Medien stark an Bedeutung gewonnen, beispielsweise um Abstimmungsprozesse zu organisieren.

BWH: Stichwort Monitoring: Die Anzahl der Page-Likes sagt im Zweifel wenig aus. Welche Auswertungen werden gemacht und sind auch aussagekräftig?
Holzhause: Da wir bestrebt sind, unsere Community weiter zu vergrößern, spielen die Page-Likes schon eine gewisse Rolle für uns. Aber natürlich zielen wir dabei auf Menschen ab, die auch ein wirkliches Interesse an unseren Themen haben.

Wichtiger sind die Indikatoren, die uns zeigen, wie relevant unsere Inhalte für die Fans sind, also jegliche Form von Interaktion, vor allem Shares.

Martin Holzhause, Referent für Öffentlichkeitsarbeit, DLRG

Ganz besonders wichtig ist uns das bei den Videos von DLRGTube, die mit einem hohen Produktionsaufwand verbunden sind.

BWH: Kann man mit Social Media denn nachweislich Mitglieder werben und dadurch den Verein ausbauen?
Holzhause:
Den Nachweis können wir nicht erbringen; es ist aber auch nicht unser erklärtes Ziel. Es geht uns vielmehr darum, unsere Mitglieder und Unterstützer zu binden und für Menschen mit einem gewissen Interesse an den Kernthemen der DLRG Anreize zu schaffen, sich näher mit unserer Organisation zu beschäftigen. Und auch die Aspekte der Aufklärung über Gefahren und die Vorbeugung von Unfällen am und im Wasser sind uns wichtig.

Facebook: DLRG (www.facebook.com/DLRG)
BWH Social Media-Interview mit der DLRG: Facebook DLRG

 

BWH: Zum Schluss noch 3 Fragen und eine kurze Einschätzung von Ihnen.
Was sind die größten Stolpersteine?
Holzhause: Ich denke, das ist vor allem die zielgerichtete Kommunikation. Wenn es mir nur darum geht, Informationen über meine Organisation oder bei Unternehmen auch über Produkte und Dienstleistungen zu verbreiten, ohne die Interessen der Zielgruppen zu berücksichtigen, ist jedes Vorhaben schnell gescheitert.

Habe ich relevante Inhalte, müssen die dann auch so aufbereitet sein, dass die Fans sie gern konsumieren und damit interagieren.

Martin Holzhause, Referent für Öffentlichkeitsarbeit, DLRG

Will ich hohe Reichweiten erzielen, müssen meine Inhalte auch zum Teilen animieren und leicht zu teilen sein. Möchte ich einen Dialog initiieren, muss meine Frage auch die Zielgruppe beschäftigen.

BWH: Wo sehen Sie die größten Chancen?
Holzhause: Auch wenn sich das mehr und mehr ändert, bieten die sozialen Medien für uns als gemeinnützige Organisation nach wie vor zusätzliche Möglichkeiten, auch ohne hohe Budgets viele Menschen zu erreichen. Zudem hilft uns die Kommunikation auf den Kanälen sicher, die Identifikation der Mitglieder, Unterstützer und uns nahestehender Menschen mit der DLRG weiter zu stärken. Das gilt auch für unsere Reputation als Schwimmausbilderin, Wasserretterin und Expertin in Sachen Wassergefahren.

BWH: Welcher ist Ihr schönster Social-Media-Moment?
Holzhause: Den schönsten Moment gibt es da gar nicht. Jedes positive Feedback zu unseren Inhalten und unserer Arbeit allgemein ist immer ein schönes Erlebnis. Und auch das Gefühl, wenn ein Beitrag deutlich besser funktioniert, als wir vorab erwartet hatten.

Vielen Dank für das Beantworten der Fragen, Herr Holzhause.



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Über den AutorJessica Weigel kümmert sich um Digitales Publizieren und die Projekte im Haus BWH – von der Wissensbilanz, über Publishing Services bis zum qualifizierten Projektmanagement. Außerdem ist sie reiselustig und festivalerfahren.
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