11 Jahre klimaneutrales Drucken in Unternehmen [1]: Was ist möglich mit klimaneutraler Produktion?

11 Jahre klimaneutrales Drucken in Unternehmen [1]: Was ist möglich mit klimaneutraler Produktion?

Von der Oberfläche bis ins Eingemachte: Klimaneutrale Produkte nach dem Grundsatz „Vermeiden, Reduzieren, Kompensieren“

In Teil 1 unserer kleinen Artikelserie zum Thema „Klimaneutralität“ und „klimaneutrales Drucken“ beleuchten wir die Geschichte der Klimaneutralität in Deutschland. Der Autor, einst freier Vertriebsmitarbeiter der Klimaschutzberatungsagentur ClimatePartner, berichtet über die Erfahrungen, die er als erster Außendienstmitarbeiter im norddeutschen Raum mit dem „Prozessstandard klimaneutrales Drucken“ mit Druckereibesitzern gesammelt hat.

Welche Prozesse Unternehmen klimaneutral gestalten können und was aus den Erfindern des klimaneutralen Druckens geworden ist, berichtet der Geschäftsführer der ClimatePartner GmbH, Moritz Lehmkuhl im Interview in Teil 2.

Ein Drucker kauft nichts, was keinen Schalter hat – die Anfänge des klimaneutralen Druckens

Mit den Worten „Unsere Kunden und Mitarbeiter würden es nicht verstehen, wenn wir für sowas Geld ausgeben würden.“ komplementierte mich einst der Geschäftsführer einer Druckerei aus dem Konferenzraum, als ich ihm die „virtuelle“ Funktionsweise des klimaneutralen Druckens erklärte. Den Mehrwert, den er seinen Kunden damit bieten konnte, hatte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht erkannt.

Keine gefühlten 8 Monate später beteiligte sich der gleiche Geschäftsführer an einer Druckerei, die den Namen „Umwelt“ bis heute im Namen trägt und von der ersten Minute an klimaneutrale Drucksachen für ihre Kunden im Portfolio hatte.

2008: Eine Zeit, in der Firmen mit Nachhaltigkeitsstrategien und ökologischen Standards noch klar in Unterzahl spielten

Matthias Könneke, BWH GmbH


Auch mein jetziger Arbeitgeber brauchte zwei Versuche und zwei unterschiedliche Geschäftsführer, um die Vorteile zu erkennen: „Glauben Sie mir, das wird sich niemals durchsetzen.“ waren die Schlussworte nach meinem ersten Besuch hier in diesem Haus.

Das war im Jahr 2008. Eine Zeit, in der Firmen mit Nachhaltigkeitsstrategien und ökologischen Standards noch klar in Unterzahl spielten und z.B. die Papierindustrie eher Gegner als Verbündeter in Sachen CO2-Berechnung gewesen ist.

Ich gestehe: Es hat Spaß gemacht und ich bin ein bisschen stolz darauf, daran beteiligt gewesen zu sein, dass sich die Druckereien nach der Einführung fast alle in ihrer Infrastruktur verändert haben.

Nicht selten begann ein ökologisches Wettrüsten unter den Klima- und Umweltpionieren der Druckindustrie. Jeder wollte noch ein Stück besser sein als der andere. Umwelt-Zertifizierungen, Ökostrom, ecoFahrzeuge, chemielose Plattenbelichter, mineralölfreie Druckfarben usw. Eine Branche im Wandel.

Klimafreundliches Drucken: Mehr Glaubwürdigkeit durch Zertifikate
Foto: BWH
Klimafreundliches Drucken: Mehr Glaubwürdigkeit durch Zertifikate

Von der Innovation zum Standard – mit neuen Entwicklungen

Heute gehören klimaneutrale Drucksachen ebenso selbstverständlich in das Portfolio umweltverantwortlichen Handelns, wie z.B. die Kompensation von Flugreisen, Auto- und Schiffsfahrten, aber auch Events, Kongresse, Caterings und Hotelübernachtungen.

Viele Klimaschutzagenturen sind seit dem Start der u.a. vom Grünen-Politiker Jürgen Trittin unterstützten Agentur atmosfair gGmbH  im Jahre 2005 hinzugekommen und haben sich meist auf bestimmte Branchen oder Prozesse spezialisiert.

Die neueste Entwicklung geht noch einen Schritt weiter. Güter des täglichen Gebrauchs wie z.B. Wein, Speiseeis, Kugelschreiber, Fertiggerichte werden inzwischen komplett klimaneutral produziert.

Man limitiert sich also nicht nur auf die Kompensation der Verpackung und Transportwege, sondern misst sämtliche zur Herstellung benötigten Prozesse, ermittelt die bei der Produktion verursachten CO2-Emissionen und kompensiert diese durch Kauf und Stilllegung von Klimaschutzzertifikaten des „Gold-Standards“. Siehe hierzu auch den Artikel über „Umweltfreundliches Drucken“.

Premium-Marke „DasEis“ klimaneutral mit ClimatePartner produziert
Foto: www.climatepartner.de
Klimaneutralität im Unternehmen: Premium-Marke „DasEis“ klimaneutral mit ClimatePartner produziert

Ist Klimaneutralität in Unternehmen ein sinnvoller Beitrag zum Umweltschutz?

CO2-Emmisionen zu kompensieren macht nur Sinn, wenn die Möglichkeiten der CO2-Vermeidung und Reduktion ausgeschöpft sind. In der Praxis gleicht beispielsweise die Klimaschutzagentur atmosfair CO2-Emissionen von der Kreuzfahrtflotte AIDA Cruises nur aus, weil diese sich zu weiteren CO2-Reduzierungsmaßnahmen verpflichtet und diese umgesetzt hat.

atmosfair stellt keine Zertifikate für Prozesse aus, bei denen z.B. Strom aus fossilen Energien eingesetzt wird. Der Grund: Es gibt schließlich alternative regenerative Wege der Stromerzeugung.

Maßnahmen für einen wirkungsvollen Beitrag für die Umwelt

Folgende Reihenfolge und Maßnahmen gilt es also zu beachten, damit aus Klimaneutralität ein wirkungsvoller Beitrag für die Umwelt wird:

  • Vermeiden
  • Reduzieren
  • Nur unvermeidbare Restemissionen kompensieren
  • Emissionszertifikate mit Gold-Standard vom Anbieter verlangen
  • Jedes Zertifikat ist einem konkreten Umweltprojekt zugeordnet. Informationen vom Anbieter darüber einsehen.
  • Kommunikationsmöglichkeiten über die Klimaagentur erfragen

Alle führenden Umweltorganisationen und das Umweltbundesamt halten das Klimaneutralitätsprinzip in der oben beschriebenen Form für einen sinnvollen Beitrag zum Umweltschutz.

Also, worauf warten wir noch?

Welche Prozesse Unternehmen klimaneutral gestalten können
und was aus den Erfindern des klimaneutralen Druckens geworden ist, berichtet der Geschäftsführer der ClimatePartner GmbH, Moritz Lehmkuhl im Interview in Teil 2 unserer Artikelserie.



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Über den AutorMatthias Könneke ist ehemaliger BWHler sowie Druck-, Vertriebs- und Marketingprofi. Und gern gesehener Gastautor und Ansprechpartner.
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