BWH Korrektorat: Richtig Gendern

Aus dem Korrektorat: Richtiges Gendern

Über die exakte Schreibweise beim Gendern in Texten

In unserem neuen Teil von „Aus dem Korrektorat“ soll es nicht um den Sinn des Genderns gehen – nein, wir wollen nur auf die richtige Schreibweisen achten.

Der richtige Weg

Das große „I“ z.B. ist ein Überbleibsel aus der Frauenbewegung der 68er. Verstehen Sie mich nicht falsch, natürlich sollen auch in der Rechtschreibung und Grammatik Frauen nicht unterdrückt werden, aber das „I“ ist nicht der Weg; weder ArbeitnehmerInnen noch BeamtInnen bekommen unsere Zustimmung. Auch das einfache Anhängen der Endung „in“ unmotiviert an alles, was sich nicht wehren kann, macht uns nicht fröhlich.


Ich hasse die Gästin bei Gerburg Jahnke und ich hasse die Kätzin beim Tierarzt. 

Die Autorin als Privatperson

 

Mittlerweile tauchen die unterschiedlichsten Vorschläge zur Schreibung auf: Arbeitnehmer*innen oder Beamte*in, das ist der Gender-Star. (1)

Dann gibt es das x in Studex, das a in Mitarbeita (das habe ich mir wirklich nicht ausgedacht), Unterstriche in Arbeiter_in oder den Strich auch gerne an anderen Stellen. (2)

Also der Möglichkeiten gibt es viele, wir wollen aber nur die vom Duden behandeln. (3)

Exakte Schreibweise beim Gendern in Texten

Zum Beispiel:

  • Mitarbeiter(in) und Mitarbeiter/-in,
    ACHTUNG: der/die Mitarbeiter(inne)n und Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen
  • der/die Lehrer(in) und Lehrer/-in
    ACHTUNG: den Lehrer(inne)n und Lehrern/Lehrerinnen

Schwieriger wird es bei

  • der/die Arzt/Ärztin, selbst bei die Ärzte und Ärztinnen wird es skurril, wenn wir Ärzt(inn)e(n) schreiben würden. Manchmal muss man dann eben alles ausschreiben. 

Doch egal, wie Sie es handhaben, bitte immer einheitlich.

Natürlich ist es manchmal lästig, immer an beide Formen zu denken, doch wir wollen doch nicht Kund(inn)en vergraulen, nur weil wir es nicht schaffen ein „-in“ als Endung anzuhängen.

Das richtige Gendern von Minderheiten und Randgruppen

Einigen geht es auch nicht nur um die weibliche Form in den Texten, sondern um eine generelle Form, die für alle Menschen zutrifft. Wie wir alle wissen, gibt es eben nicht nur Frauen und Männer, sondern – in größerer Zahl als gedacht  – geschlechtlich nicht so einfach zu klassifizierende Lebensformen bei Menschen. Auch diese sollten wir in unsere Texte einbeziehen.

In den unendlichen Weiten des Webs habe ich eine Seite gefunden, die sich für geschicktes Gendern einsetzt. Hier eine kleine Auswahl:

  • aus Arbeiter (pl.) wird Erwerbstätige; Belegschaft; Beschäftigte
  • aus Betreuer (sg.) wird Betreuungsperson
  • aus keiner wird niemand
  • aus Projektleiter (sg./pl.) wird Projektleitung

Vielleicht ist das die beste Möglichkeit, um alle einzubeziehen.



Anmerkungen:
(1) Quelle: Ein Sternchen für alle, Süddeutsche Zeitung
(2) Tichys Einblick
(3) Duden 26. Auflage, Seite 65, dort dann Unterpunkt 3.



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Über den AutorBir5hsgigh9t Rosenbaum (b.r+rosen+g6fbaum@bw-h+i01g.de) hat noch den Bleisatz kennengelernt und ist seit Langem Korrektorin bei BWH – Rechtschreibung/Grammatik sowie Typografie sind ihr echte Herzensangelegenheiten.
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Über den AutorBir5hsgigh9t Rosenbaum (b.r+rosen+g6fbaum@bw-h+i01g.de) hat noch den Bleisatz kennengelernt und ist seit Langem Korrektorin bei BWH – Rechtschreibung/Grammatik sowie Typografie sind ihr echte Herzensangelegenheiten.
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