Gedankenkeks: Reisebericht Costa Rica

Pura Vida – bei den Faultieren in Costa Rica

Ein Reisebericht über ein Land voller exotischer Eindrücke

Tieren begegnet man in Costa Rica an jeder Ecke. Von Kolibris, Papageien und Brüllaffen über Nasenbären, Spinnen, Schlangen, Tukane, Jesus-Echsen und Krokodilen bis hin zu den etwas eigenwilligen Faultieren.

Das ewige „schneller, höher, weiter“ der menschlichen Gesellschaft ist nichts für diese sonderbar anmutenden Tiere. Evolutionär fahren sie damit sogar ziemlich gut. Sie sind nicht vom Aussterben bedroht, was ja durchaus verwunderlich ist, denn so ein träges Tier ist doch leichter Fraß für Raubtiere des Dschungels in Mittel- und Südamerika. Nicht jedoch, wenn das Fell moosbewachsen ist und eine gute Tarnung zwischen den Blättern in den Baumkronen hergibt. Zumal man diese so gut wie nie verlässt.

Die (wenn überhaupt) sehr langsamen Bewegungen sind alles andere als auffällig.

Die Faultiere sind Meister im Energiesparen, denn ihr Stoffwechsel ist extrem langsam. Auf diese Weise können sie eine Futterquelle nutzen, die vielen anderen Tieren zu mager wäre: sie ernähren sich von den extrem nährstoffarmen Blättern der Baumkronen und stillen mit dieser Nahrung Hunger und sogar Durst.

Gedankenkeks: Reisebericht Costa Rica - Faultier
Gedankenkeks: Reisebericht Costa Rica - Baby-Faultier auf dem Weg nach unten
Fotos: Jessica Weigel
Gedankenkeks: Reisebericht Costa Rica - Faultier im Baum

Da die Verdauung eine lange Zeit in Anspruch nimmt, reicht ein Toilettengang pro Woche. Nur dafür kommen sie von den Baumkronen ganz langsam heruntergekrochen. Jeder Besuch auf dem Boden will gut überlegt sein, denn es strapaziert den Energiehaushalt enorm und unten lauern die Feinde.

Zwar können Faultiere in Gefahrensituationen bis zu 30 km/h schnell werden und sogar gut schwimmen, ihren Kopf bis zu 360° drehen und die riesigen Krallen in Kämpfen als wahre Waffen verwenden, aber all das will sich das Faultier doch lieber ersparen, wenn es sich hoch oben in den Baumkronen doch so gut abhängen lässt.

Abhängen lässt es sich als Mensch in Costa Rica ebenso wunderbar in einer der vielen Hängematten, die es an Stränden, in Lodges und in jedem Örtchen für Zuhause zu kaufen gibt.

Foto: Jessica Weigel
Gedankenkeks: Reisebericht Costa Rica - Strände

In Costa Rica entdeckt man immer wieder irgendein exotisches Tier, denn dieses kleine Land in Mittelamerika ist ein wahrer Freiluftzoo. Die Regierung plant, die einzigen beiden echten Zoos des Landes in den nächsten 10 Jahren zu schließen und die Tiere so gut wie möglich auszuwildern.

Das passt zu dem Nachhaltigkeitsgedanken des Staates. Heute sind mehr als die Hälfte des Landes bewaldet, ein Viertel der Fläche steht unter Naturschutz. Es gibt seit den 1950er-Jahren keine Armee mehr, denn die Gelder sollen dem Bildungssystem zugutekommen.

Gedankenkeks: Reisebericht Costa Rica - Tukan
Fotos: Jessica Weigel
Gedankenkeks: Reisebericht Costa Rica - Kolibris

Tipps und Infos für einen Besuch in diesem wunderschönen Land

  • Pura Vida: das pure Leben. Pura Vida ist der Slogan des Landes und wird von den Ticos (so nennen sich die Einwohner) gelebt. Er wird zu nahezu allen Gelegenheiten gesagt: als Begrüßung, zum Abschied, als Lebensmotto, wenn das Essen geschmeckt hat oder einfach nur so, wenn man nicht weiß, was man sagen soll.
  • Die beste Reisezeit: von Dezember bis April herrscht Trockenzeit bei 25–30°C an den Küsten. Einen kurzen Tropenguss kann es aber trotzdem mal geben. In den Gebirgen und Nebelwäldern, die zum Beispiel die Pazifikküste von der Karibikküste trennen, kann es allerdings bis zu 10°C kalt werden.
  • USA-geprägt: Coca-Cola und den US-Dollar findet man nahezu überall. Ich zahle auf Reisen immer gerne in der Landeswährung, hier der Colón aber das macht es in Costa Rica oft eher kompliziert. Man besorgt sich zu Reisebeginn brav den Colón aber bezahlt wird meist in US-Dollar. Was zur Folge hat, dass die Einheimischen in Restaurants, Geschäften, Unterkünften und anderen Einrichtungen den Betrag von Colón, in US-Dollar umgerechnet haben, nur um es dann wieder in Colón umzurechnen, da man ja kaum US-Dollar dabei hat, denn man wollte doch gerne in deren Landeswährung zahlen. Über die ganzen Verluste durch das Hin- und Hergerechne möchte man lieber nicht nachdenken.
  • Günstig geht anders: denkt man, Mittel- und Südamerika sind (abgesehen vom Flug) eher günstigere Reiseziele, gilt das jedoch nicht für Costa Rica. Eine halbwegs anständige Übernachtungsmöglichkeit ist unter 70 Euro kaum zu bekommen, der Restaurantbesuch kostet etwa so wie in Deutschland und im Supermarkt guckt man sich um und fragt sich: „Wie können die Einheimischen sich das leisten?“ Da man weiß, dass man kein Leistungswasser trinken soll oder es abkochen muss, bleibt nur der Wasserkauf im Supermarkt. Bei den im Land herrschenden Temperaturen und dem Wasserdurst befürchteten wir anfangs, dass unsere Reisekasse durch den Wasserkauf zu stark strapaziert wird, denn zu kaufen gab es Wasser oft nur von Nestle – für umgerechnet 1,50 EUR für 1 Liter. Na dann prost! Da wir einen Mietwagen hatten, haben wir bei 10-Liter-Kanistern für ca. 6,50 EUR zugeschlagen und gefühlt ein Schnäppchen gemacht. Man ist sofort sehr dankbar für unser gutes und billiges Leitungswasser in Deutschland.
  • Vielfalt auf kleinem Raum: mit nur 51.100 km² und 4,3 Millionen Einwohnern ist Costa Rica recht übersichtlich.
  • Panamericana: Zeit sollte man sich für die Reisewege trotzdem nehmen. Mit 3.000 Höhenmetern erreicht die Panamericana in Costa Rica beim Cerro de la Muerte („Gipfel des Todes“) ihren höchsten Punkt, viele Trucks schieben sich über die meist einspurigen Straßen, richtige Autobahnen gibt es keine, Schlaglöcher dafür umso mehr. Organisierte Reisen und Transfers gibt es, mit einem Mietwagen sieht man allerdings auch die unbekannteren Ecken und ist flexibel.
Die Straßen der Ticos
Foto: Jessica Weigel
Gedankenkeks: Reisebericht Costa Rica - Straßen der Ticos
  • Tiervielfalt: exotische Tiere lassen sich überall entdecken. Pumaspuren auf dem Weg, sonnende Leguane am Pool oder in Bäumen, Faultiere und Papageien im Baum. 2 Tukane unterhalten sich, Brüllaffenalarm im Garten – akustisch fühlt man sich wie in Jurassic Park. Aber: Vorsicht beim Baden in Flüssen (Krokodile!), nicht an Bäumen rütteln oder durchs Unterholz laufen (Schlangen!) – und bitte keine Tiere füttern. Es gibt genug Nahrung und nicht selten haben wir Touristen gesehen, die dann regelrecht von Affen bedrängt und verfolgt wurden, wenn sie mit dem Füttern aufgehört haben. Trotz der vielen Verbotsschilder, die es wohl leider geben muss, und die trotzdem nicht gesehen werden.
Gedankenkeks: Reisebericht Costa Rica - Krokodile am Fluss
Fotos: Jessica Weigel
Gedankenkeks: Reisebericht Costa Rica - Brüllaffe im Baum
  • Vulkanland: über 100 Vulkane besitzt Costa Rica. Einige davon sind aktiv und lassen sich an den Kratern besichtigen, darunter der Turrialba, Irazú, Poas, Arenal und Rincón de la Vieja. Dadurch gibt es auch heiße Quellen, die zu Bädern umgeben von opulenter Fauna und Flora ausgebaut sind. Der Effekt verpufft in der tropisch warmen Umgebung allerdings etwas und eignet sich eher für Polarregionen wie Island, Norwegen & Co.
  • Reife Früchte: wie Bananen und Ananas schmecken müssen, erfährt man dort. Dazu Kokosnüsse, Papaya, Melonen und Mangos – als purer, kalter Fruchtshake oder mit Eis püriert. Pura Vida!
Gedankenkeks: Reisebericht Costa Rica - Kokosnüsse und Bananenkuchen
Fotos: Jessica Weigel
Gedankenkeks: Reisebericht Costa Rica - Traumstrand im Manzanillo Reservat

„Reiche Küste“
Costa Rica – „Reiche Küste“ – soll Kolumbus dieses Land genannt haben, welches mit der Pazifikküste auf der linken und der Karibikküste auf der rechten Seite gesegnet ist. Reich ist dieses Land nicht an materiellen Dingen und Wohlstand, aber an Eindrücken, Lebenslust und Natur. Eine echte Reiseempfehlung mit Nachhaltigkeitseffekt!



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Über den AutorJessica Weigel kümmert sich um Digitales Publizieren und die Projekte im Haus BWH – von der Wissensbilanz, über Publishing Services bis zum qualifizierten Projektmanagement. Außerdem ist sie reiselustig und festivalerfahren.
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