BWH Gedankenkeks: Sätze, die einen Sinn ergeben

Sätze die im Kopf bleiben [4]: Ich bevorzuge Sätze, die einen Sinn ergeben

Der heutige Satz gehört für mich eindeutig in die Kategorie der Sätze, die ihren Kontext überdauert haben. Ich weiß wirklich nicht mehr, bei welcher Gelegenheit er ihn herausschleuderte, aber für mich ist der Satz unvergesslich. Gesprochen, oder besser: gerufen hat ihn Marcel Reich-Ranicki. 

Marcel Reich-Ranicki im Studio des ZDF. Sendung: Aus gegebenem Anlass. Quelle ZDF.
Marcel Reich-Ranicki im Studio des ZDF

Im Fernsehen. Lange bevor er den Deutschen Fernsehpreis mit einem Paukenschlag verweigerte. Es war in irgendeinem Fernsehinterview spät abends nach den Tagesthemen, anlässlich irgendeines Preises oder seines 80. Geburtstages. Ich weiß es nicht mehr. Der Interviewer fragte Marcel Reich-Ranicki in einem etwas zähen Interview sinngemäß, ob er denn als Leser eher kurze Sätze bevorzuge oder lieber lange. MRR rang nicht eine Sekunde um Fassung, sondern donnerte seinem Interviewpartner entgegen:

„Ich bevorzuge Sätze, die einen Sinn ergeben.“

 

– Und seine Intonation (mit einer starken Betonung auf „Sinn“ mit einem sehr scharfen S am Anfang) und Mimik verrieten zweifelsfrei, dass die soeben gestellte Frage nicht in diese Kategorie gehörte. Ich bevorzuge Sätze, die einen Sinn ergeben. Leider hat sich dieses Modell bis heute noch nicht überall durchgesetzt. Aber für mich ist dieser Satz unvergesslich. Ich lege ihn oft als Messlatte an Gesprochenes an – auch an eigene Sätze.

Ein so einfacher, kurzer Satz, der eine scheinbare Selbstverständlichkeit ausdrückt – und doch so selten, so eindrücklich. Vielen Dank an Marcel Reich-Ranicki.

 

 



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Über den AutorThomas Masselink ist Geschäftsführer des Mediendienstleisters BWH, Germanist und Historiker. Er schreibt über Fachthemen und Kolumnen rund um die Arbeitswelt und das tägliche Leben.
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