Das neue Schreiben bei BWH

Das neue Schreiben bei BWH – ein Erlebnisbericht

Wenn man mit vielen Kollegen zum Schreibseminar „darf“

Es ist 08:45 Uhr an diesem eiskalten Januar-Tag in Hannover

Ich bin spät dran. Endlich im Osten der Stadt angekommen, durchquere ich den Seminarraum der Werbe- und Coaching-Agentur Innoreal so schnell und unauffällig wie möglich. Meine 7 Kollegen sind schon dabei sich dem Coaching-Team vorzustellen. Die Vorstellungsrunde ist Aufgabe 1 des 3-köpfigen Teams um Geschäftsführerin Gudrun Jay-Bößl für meine Kollegen und mich. Die Ansage lautet: Jeder sagt seinen Namen, beschreibt was er bei BWH macht und ergänzt den Satz: „Schreiben bedeutet für mich…“ „Harte Arbeit“ antworte ich und bin gespannt auf die Dinge, die heute mit mir passieren.

Foto: Matthias Könneke
Innoreal Workshop

Bringt ein Schreib-Workshop Klarheit?

Klingt das skeptisch? Ja. Denn das Schreiben ist weder für mich noch für die anderen in der Runde die große Leidenschaft. Seit dem Relaunch unseres BWH-Magazins ist Schreiben erst einmal die neue Pflicht. „Vertriebler schreiben nicht gern, sondern reden lieber“, ist ein bekanntes Vorurteil über meine Zunft. Persönlich schreibe ich hier und da schon mal was, zum Beispiel auf Facebook. Auch wenn es darum geht, neue Verkaufskonzepte im Team zu präsentieren – aber das ist nun auch echt was anderes.

Wenn wir hier im BWH-Magazin „Fachartikel“ basteln, gibt es Regeln ohne Ende zu beachten. Die machen den berufsergänzenden Ausflug in die Welt des „Journalismus“ nicht gerade leichtfüßig und locker. Alle die das Thema Content-Marketing googeln, stoßen auf eine Fülle von Tipps, Tricks und unendlich vielen Artikeln von Experten. Vom „SEO-optimierten Schreiben“, über die „10 Regeln für das Schreiben im Netz“ bis zu allgemeinen Fragen der Schreibwelt, bei denen es z.B. um Themen-Recherche und dramaturgische Hilfestellungen geht, ist alles dabei. Das soll helfen, aber verwirrt eben auch. Orientierung ist gefragt und ich frage mich, ob die Teilnahme an einem Schreib-Workshop die gewünschte Klarheit bringt oder weitere Baustellen in meinem Kopf entstehen lässt.

"Was einfach zu lesen ist, ist verdammt hart zu schreiben."

Nathaniel Hawthorne

 

Darf ich denn in einem Fachartikel auf Fremdwörter verzichten und in der Sprache locker bleiben? Oder empfindet der lesende Spezialist diesen Stil als unprofessionell und oberflächlich? Das sind Fragen, die mich an diesem Morgen beschäftigen. Dazu passt dann auch die 2.Aufgabe im Workshop: „Definiere die Ziele, die du persönlich vom Workshop erwartest.“ Ich nehme mir eine der gelben Karten und schreibe darauf, dass ich mir mehr Tipps, Tricks und Kniffe wünsche, wie ich ein sprödes Sachthema interessant inszenieren kann.

Außerdem ist mir wichtig, mehr über handwerkliche Methoden zu erfahren, z.B. wie ich ein Thema inhaltlich gliedere oder gut lesbar gestalte. Ach ja und ganz wichtig: Ist mir das mit meinen bisherigen Artikeln schon ganz brauchbar gelungen? Hierzu später mehr.

 

Kritisieren macht Laune, wenn es nicht um die eigenen Texte geht

Bevor wir nun Antworten auf unsere Fragen und Lösungsangebote erhalten, werden ausgewählte gute und schlechte Texte von Unternehmens-Webseiten mit dem Beamer an die Wand geworfen und gemeinsam besprochen. Ok, das tröstet. Erstaunlich, mit was für Texten professionelle Unternehmen Kunden gewinnen wollen. Das schmerzvollste Gesicht macht in dieser Workshop-Phase unsere Korrektorin Birgit Rosenbaum. Der launigen und euphorisch-engagierten Kritik folgt plötzlich die große Stille: der Beamer zeigt die BWH-Webseite! Wir wissen ja, welcher Workshop-Nachbar welchen Text geschrieben hat und an dieser Stelle formuliert man Kritisches besser leise und diplomatisch, wenn der Tag nicht beim Mediator enden soll.

Insbesondere für die Moderatorin eine anspruchsvolle Phase. „To-do“-Listen werden geschrieben und erste persönliche Erkenntnisse verbreiten sich unter den Workshop-Teilnehmern. Zum Beispiel Erkenntnisse, wie man Texte im Ablauf schlüssig gliedern kann.

Foto: Matthias Könneke
Die Workshop-Teilnehmer

Praktisch und in Kleingruppen von 3 bis 4 Personen üben wir das jetzt und erzählen uns Geschichten mit folgender Gliederung:

  1. Ort, Situation
  2. Beziehung
  3. Problem/Konflikt
  4. Lösung
  5. Fazit, Moral

Der Reihe nach erfindet jeder einen Satz, sodass eine schlüssige Geschichte aus 5 Sätzen entsteht. Das ganze wiederholt sich so lange, bis sich jeder mit einem Häppchen Handlung zu einem der Punkte eingebracht hat. Dann geht`s in die Mittagspause und wir erholen uns bei leckeren Bagels, frischem Obst und süßer Nervennahrung.

 

Gestärkt geht's in die zweite Tageshälfte

Am Nachmittag widmen wir uns den Möglichkeiten Webtexte verständlich und gut lesbar zu schreiben. Luft nach oben gibt es bei unseren bisherigen Texten u.a. in folgenden Punkten:

  • Kurze Sätze
  • Ziffern in Zahlen lassen
  • Nomen sparsam einsetzen
  • Aktive Sprache
  • Hilfsverben vermeiden
  • Füllwörter vermeiden
  • Fremdwörter vermeiden
  • Anglizismen vermeiden
  • Standard-Phrasen vermeiden

Umgangssprachlich formulieren, in bildhafter Sprache texten und aus ungewöhnlicher Perspektive erzählen, kommt auch im Web gut an.

 

Aber auch das Formatieren spielt eine Rolle:

  • Gut lesbare Schriftgröße
  • Kurze Zeilenlänge
  • „Fett“ Geschriebenes ist gut lesbar
  • Kursives und Unterstrichenes wird vom Auge/Gehirn langsamer verarbeiten
Foto: Matthias Könneke
Innoreal Diskursive Beratung

Zum Thema Nutzen:

Werbliche Texte funktionieren besser, wenn der Kunde seinen persönlichen Nutzen herauslesen kann. Ein Beispiel. Die Nachricht: „BWH kauft eine neue Druckmaschine!“, ist für uns intern ein Riesenthema. Doch ist es auch für unseren Kunden eins? Dieser interessiert sich für eine schnelle, günstige und gute Umsetzung. Wie wir das anstellen, ist ihm egal. Nachrichten wie: „Wir können jetzt höhere Auflagen für Sie produzieren.“ – „Wir liefern jetzt schneller!“ – „Neue Qualität für Ihre Magazine.“ oder „Günstiger geworden!“ versprechen ihm dagegen messbare Vorteile.

Schließen Sie die Augen und probieren Sie es aus! Sie haben ein neues Produkt, einen neuen Kurs oder eine neue Dienstleistung entwickelt? Wie lautet die Botschaft? Erklären Sie spontan wirklich messbare Vorteile aus der Perspektive Ihres Kunden? Oder erliegen Sie der Versuchung, sich in Eigenschaften und Funktionalitäten zu flüchten? 

Mein Text ist gleich zu Ende, denn das Lesen am Bildschirm dauert 25% länger als auf Papier. Darum ist es besser, im Web kurze Texte zu schreiben.

Zitate verwenden? Die einen sagen so, die anderen so.

„Trau keinem Zitat, das du nicht selbst aus dem Zusammenhang gerissen hast.“

Johannes Rau

 

„So ein paar grundgelehrte Zitate zieren den ganzen Menschen.“

Heinrich Heine

 

Inzwischen ist es 16:00 Uhr und viele Stellwände sind von oben bis unten mit Zetteln verziert. In meinem Kopf sieht es ähnlich aus. Der Workshop-Tag endet mit einer kritischen Analyse meines BdVM-Artikels. Nicht unbedingt eine angenehme Sache für mich, aber sehr hilfreich für die Zukunft. Besser keine Details. Möge es mir in Zukunft einfach besser gelingen Kompliziertes verständlich auszudrücken. Reden fällt mir einfach leichter.

Foto: Matthias Könneke
Hans Schiffmann bei Innoreal

Fazit:

Natürlich habe ich über viele Workshop-Themen bereits im Vorfeld gelesen. Trotzdem hat mir die kritische Analyse besonders meiner eigenen Texte gezeigt, dass Angelesenes über richtiges Schreiben eine echte Schulung nicht ersetzen kann. Für mich hat sich der Tag gelohnt, weil ich jetzt gelassener und souveräner an unsere Fachartikel herangehen werde. Die eine oder andere Regel kann ich jetzt besser einsetzen oder ignorieren. Es ist 16:45 Uhr. Am Ende des Schreibseminars bei Innoreal habe ich vieles gewonnen: mehr Sicherheit, mehr Klarheit, mehr Lust und Spaß am Schreiben.

 

Linksammlung:

Schreibseminar buchen:
http://www.innoreal-coaching.de/

Tipps und Regeln – handwerklich fehlerfreie Artikel
http://www.deutsche-tageszeitungen.de/pressefachartikel/tipps-und-regeln-handwerklich-fehlerfreie-artikel/

Texten für erfolgreiches Online-Marketing
http://www.affenblog.de/



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Über den AutorMatthias Könneke ist ehemaliger BWHler sowie Druck-, Vertriebs- und Marketingprofi. Und gern gesehener Gastautor und Ansprechpartner.
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