Medienberufe / Foto: Luis Llerena

Medienberufe im Fokus [Teil 1] – Jobinhalte und Aufgabenverteilung

Wofür nehme ich einen Mediengestalter Digital und Print?

Personalentscheidungen und Personalrecruiting gehören oft zu den schwierigsten Aufgaben im Unternehmen. Durch ein Wirrwarr von ähnlich klingenden, aber nicht entsprechenden Berufsbezeichnungen wird die Sache nicht einfacher.

Aus betrieblicher Sicht stellt sich die Aufgabe doch so dar: Ich habe einen Bedarf im Unternehmen, eine Arbeitsplatzbeschreibung und vordefinierte, auszufüllende Aufgaben. Doch für welches Bewerberprofil und für welchen erlernten Beruf bzw. welches Studium schreibe ich die Stelle aus? Und wenn ich Bewerber mit Berufserfahrung in unterschiedlichen Berufen habe, für wen entscheide ich mich?

Für Außenstehende mag das absurd klingen. Doch die Praxis zeigt, dass aufgrund des rasanten und kontinuierlichen Wandels von Berufsbezeichnungen, geänderter Berufsbilder sowie neuer Studiengänge diese Entscheidungen definitiv nicht leicht zu treffen sind. So werden dann Grafikdesigner-Stellen als Marketingassistenten ausgeschrieben und Medientechnologen Druck als Mediengestalter Print. Und von Anglizismen à la Senior Executive Account Manager: Social Media wollen wir erst gar nicht anfangen.

Aus diesem Grund gehen wir an dieser Stelle und in Zukunft auf einige Medienberufe ein, stellen Berufsbilder vor und geben Beispiele für Einsatzmöglichkeiten. Einen Grundstein hierfür legen wir im Folgenden mit dem Mediengestalter.

Der Mediengestalter. Gibt es davon nicht mehrere?

Prinzipiell teilt sich der Mediengestalter in die Kategorien

  • Flexografie,
  • Bild und Ton sowie
  • Digital und Print

auf. Hierbei handelt es sich um drei Ausbildungsberufe, die weniger miteinander gemeinsam haben, als man auf den ersten Blick vermuten könnte. Na gut, außer der Tatsache, dass sie alle mit Medien agieren.

Der Mediengestalter Flexografie ist mit Abstand die seltenste Ausprägung der Berufsgruppe und erstellt hauptsächlich Erzeugnisse wie Flexodruckplatten, Gravuren oder Folienbeschriftungen. Mediengestalter Bild und Ton werden hauptsächlich bei Rundfunksendern, Filmstudios oder Werbeagenturen eingesetzt, haben ein recht breit aufgestelltes Berufsbild und beschäftigten sich zum Großteil mit der Bearbeitung (Editing) sowie Mischung von Film- und Tonaufnahmen. Jedoch wollen wir an dieser Stelle verstärkt auf den Mediengestalter Digital und Print eingehen.

Generell wird für eine Ausbildung zum Mediengestalter Digital und Print die allgemeine Hochschulreife bzw. Fachhochschulreife, in vereinzelten Fällen auch ein mittlerer Schulabschluss vorausgesetzt.

Der Beruf des Mediengestalters unterteilt sich seit 2007 in drei Fachrichtungen:

  • Gestaltung und Technik,
  • Beratung und Planung sowie
  • Konzeption und Visualisierung.

Die Grundlagen (vermittelt in den ersten zwei von i.d.R. drei Ausbildungsjahren) sind bei allen Ausrichtungen identisch. Diese umfassen u.a.

  • Druckdatenaufbereitung,
  • Typografie,
  • Gestaltungsgrundsätze,
  • Kreativitätstechniken,
  • Bildbearbeitung und Grundlagen von Marketing,
  • Webdesign sowie
  • Datenbanken.
Wofür setze ich in meinem Unternehmen einen Mediengestalter Digital und Print ein?
Foto: Arianna Escobar
Mediengestalter Digital und Print / Foto: Arianna Escobar

Fachrichtung Gestaltung und Technik

In ihrer Ausbildung spezialisieren sich Mediengestalter Digital und Print, Fachrichtung Gestaltung und Technik dann entweder auf Digital oder auf Print. Bei den anderen beiden Disziplinen Beratung und Planung sowie Konzeption und Visualisierung gibt es diese Unterscheidung nicht.

Die eher technisch geprägte Ausbildung Gestaltung und Technik ist in der Ausrichtung Print hauptsächlich auf die Erstellung von Druckdaten, Reinzeichnung sowie Kreativarbeit innerhalb einer Konzeption spezialisiert. Die Ausrichtung „Digital“ hingegen beschäftigt sich mit der Konzeption, dem Screendesign und der Programmierung von Webseiten, neuerdings auch Applikationen für mobile Endgeräte. Weiterhin kann sich diese Ausrichtung in diverse Bereiche wie Digitalfotografie oder 3-D-Design spezialisieren.

Somit ist dieser Mediengestalter sehr vielseitig einsetzbar und wird meistens für einen technisch ausgerichteten Arbeitsplatz angestellt, bei dem Druck- oder Digitaldaten erstellt oder aufbereitet werden müssen. Oft finden sich diese Arbeitsplätze in der Vorstufe von Druckereien, der Satzabteilung von Verlagen oder der Reinzeichnung von Agenturen.

Fachrichtung Beratung und Planung
In der Fachrichtung Beratung und Planung steht der Mediengestalter, ehemals Medienberater, meist im Kundenkontakt. Er kann Druck- und Digitalprojekte kalkulieren, diese sowohl zeitlich als auch finanziell planen und den Kunden beraten. Auch die Erstellung von Projektkonzeptionen gehört zu seinem Portfolio.

Am besten eignet er sich für Stellen, in denen er seine koordinativen und kommunikativen Fähigkeiten ausleben kann, Projekte betreut sowie Präsentationen vorbereitet und durchführt. Auch Marketingaufgaben kann er dank entsprechender vertiefter Ausbildungsinhalte bestens ausführen.

Meist ist er bei Druckereien in der Sachbearbeitung sowie in Kalkulation, bei Agenturen und Verlagen im Projektmanagement, in der Kundenberatung (Account-Management) oder der Konzeption angestellt.

Fachrichtung Konzeption und Visualisierung

Die Fachrichtung Konzeption und Visualisierung birgt unter den drei Fachrichtungen wohl den meisten Spielraum für kreative Köpfe. Hier wendet der Mediengestalter Kreativtechniken an, zeichnet und kreiert Layouts, Logos oder ganze Corporate Designs, Bildkompositionen sowie Webdesigns und erstellt Konzeptionen. Diese haben jedoch meist, im Gegensatz zu dem Mediengestalter Beratung und Planung, eher einen gestalterischen als einen strategischen Schwerpunkt. Prinzipiell fühlt er sich an einem Arbeitsplatz wohl, an dem er seine Kreativität frei ausleben, regelmäßig neue Ideen einbringen und diese anschließend umsetzen kann.

Somit wird er insbesondere in Werbe-, Design- und Kommunikationsagenturen gerne gesehen und besetzt dort Art Director- oder Grafikerpositionen in der Kreativ-Abteilung.

Weitere Informationen zu den Aufgaben des Mediengestalters sowie Ausbildungsinhalte finden Sie auf der Homepage des Zentral-Fachausschusses Berufsbildung Druck und Medien, www.zfamedien.de.



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Über den AutorJan Stille ist gelernter Mediengestalter Digital und Print und ein echtes Allroundtalent bei BWH – vom Verkauf, über Personalisierung im Digitaldruck bis zum Versand kennt er sich bestens aus.
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