Medienberufe im Fokus / Foto: Tiago Camargo

Medienberufe im Fokus [Teil 2] - Der Weg zum crossmedialen Allrounder

Innovativ: Ein duales Studium in der Medienbranche

Auf meinem Schreibtisch liegt eine Bewerbung von einem ... was genau?

In zwei bis drei Jahren wird es soweit sein: die ersten Bewerbungen von dualen Hochschulabsolventen mit dem Bachelor of Arts, die den Studiengang Integrated Media & Communication belegt haben, werden auf den Tischen der Personaler liegen. Ihr Titel: „Producer für Integrated Media“.

Ihnen persönlich sagt der Studiengang vermutlich nichts, aber der erste Gedanke wird sein: „Super! Die Person hat in Englisch studiert und kann sich international verständigen. ‚Media und Communication‘ klingt auch nicht schlecht, kann man immer gebrauchen – aber wofür eigentlich?“

„Ziel ist es, eine Schnittstelle zwischen Marketing, PR, Design und IT zu generieren, um so crossmediale Projekte konzeptionieren, planen und vor allem managen zu können.“


Der Studiengang „Integrated Media & Communication dual“ wurde zum Wintersemester 2014/15 akkreditiert und startete im September 2014 mit 22 Studierenden (inklusive mir) an der Hochschule Hannover. Der Name täuscht etwas, denn die Studieninhalte werden nicht auf Englisch doziert. Trotzdem verrät der Name, worum es sich im Kern bei diesem Bachelor-Studiengang handelt. Die Studierenden beschäftigen sich interdisziplinär mit den verschiedensten Medien für die Unternehmenskommunikation.

Ziel ist es, eine Schnittstelle zwischen Marketing, Public Relations (PR), Design und Informationstechnik (IT) zu generieren, um so crossmediale Projekte konzeptionieren, planen und vor allem managen zu können, die der Unternehmenskommunikation zugutekommen. Dieses innovative Konzept soll dem Bedarf in Unternehmen und Agenturen möglichst gut entsprechen. Das Besondere ist die duale Ausbildung zum „Gestaltungstechnischen Assistenten“.

Hierbei handelt es sich nicht um einen klassischen Ausbildungsberuf, sondern um eine Mischform aus der Ausbildung zum Mediengestalter für Digital & Print und der Ausbildung zum Mediengestalter für Bild & Ton [siehe Medienberufe im Fokus Teil 1], die die Grundkompetenzen beider Ausbildungsberufe vereinen soll. Schon vor Beginn des Studiums benötigt ein Studienanwärter einen Kooperationspartner für die Praxisphasen, bei dem er als Werkstudent arbeiten wird. Dieser Partner ist vorzugsweise eine Agentur oder ein Medienunternehmen, aber auch Unternehmen mit einer großen Kommunikationsabteilung sind als Praxispartner gut geeignet.

Projektarbeit im Unternehmen statt Hochschulbank drücken

Die Ausbildung findet nicht – wie aus anderen dualen Studiengängen bekannt – im dreimonatlichen Rhythmus statt. In den ersten vier Semestern des Acht-Semester-Bachelors findet einmal im Monat eine einwöchige Praxisphase statt. Nach diesen vier Semestern und einer erfolgreichen Abschlussprüfung ist der Student Gestaltungstechnischer Assistent und gelangt in den zweiten Studienabschnitt, welcher sich größtenteils beim Praxispartner abspielt. In der Hochschule finden zwischendurch Blockseminare statt, die an die vorgesehene Projektarbeit im Unternehmen anknüpfen.

„Das Interessante dabei ist, dass diese Projekte von Student zu Student vollkommen verschieden aussehen, da die vorhandenen Möglichkeiten bei den jeweiligen Praxispartnern ganz unterschiedlich sind.“


Die Studierenden sollen praktische Erfahrungen sammeln, um sich auf den Berufsalltag bestmöglich vorzubereiten und dabei eigene Projekte selbstständig konzeptionieren, planen und realisieren. Das Interessante dabei ist, dass diese Projekte von Student zu Student vollkommen verschieden aussehen, da die vorhandenen Möglichkeiten bei den jeweiligen Praxispartnern ganz unterschiedlich sind. So kann in einer Film-Agentur eher ein Bewegtbild-Projekt realisiert werden, während in einer klassischen Werbeagentur eine Printkampagne erstellt werden kann und in einem Medienunternehmen der Schwerpunkt vielleicht mehr auf Public Relations oder Marketing liegt.

Generell wichtig ist der crossmediale Ansatz des Projektes. Und genau das haben alle Kooperationspartner gemeinsam: sie etablieren die Möglichkeit, Medien crossmedial für die Unternehmenskommunikation einzusetzen – man bedenke dabei, dass der Medieneinsatz nicht nur extern in der Werbung und der PR eine große Rolle spielt, sondern auch intern der Informationsgenerierung und -vermittlung durch gezielten Medieneinsatz effizient dient.

Stand: Juli 2015
Gestaltung: BWH GmbH
BWH Infografik: Was bedeutet Crossmedia?

Die Hochschulbank wird zwischendurch natürlich trotzdem gedrückt

Berufsschule und Hochschule teilen sich die Seminare. Ausbildungsrelevante Fächer wie Fotografie, Grafikdesign, Video- und Postproduktion sowie WEB-, Druck- und Kommunikationstechnologien werden praxisorientiert an der Multimedia Berufsschule Hannover unterrichtet. Die Hochschule setzt ihren Schwerpunkt auf die theoretische Vermittlung von Wissen in den Bereichen Marketing und Management, (Audio-)visuelle Kommunikation, PR, Design und den interaktiven Medien.

Diese komplexen und vielseitigen Themen generieren ein intensives Grundwissen der Studierenden und etablieren somit die Möglichkeit der integrativen Verwendung diverser Medien in komplexen Kommunikationsstrategien.

„Unternehmen setzen zwar Medien für die Unternehmenskommunikation zunehmend crossmedial ein, doch mangelt es häufig an fachkompetenten Mitarbeitern, die als Schnittstelle für diesen crossmedialen Medieneinsatz fungieren können. “

 

Was also habe ich nun von meinem Bewerber, wenn ich ihn einstelle?  

Unternehmen setzen zwar Medien für die Unternehmenskommunikation zunehmend crossmedial ein, doch mangelt es häufig an fachkompetenten Mitarbeitern, die als Schnittstelle für diesen crossmedialen Medieneinsatz fungieren können. Die Absolventen des Studiengangs „Integrated Media & Communication“ sind Pioniere auf dem Gebiet. Da sie nicht – so wie das vorhandene Personal – nur in einem Bereich, sondern in den verschiedensten Bereichen der „Integrated Media“ ausgebildet werden, bieten sich hier hervorragende Einsatzmöglichkeiten.

Ihnen wurde nicht nur theoretisch das Wissen über die verschiedenen Medienkanäle und Einsatzgebiete vermittelt, sondern sie haben selbst jeden Bereich praktisch kennengelernt und können, auch wenn sie keine fachspezifische Ausbildung in jedem einzelnen Einsatzbereich haben, anwendungsorientiert arbeiten und bei Bedarf Aufgaben fachgerecht und kompetent delegieren.



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Über den AutorNathalie Brunneke studiert Integrated Media & Communication an der Hochschule Hannover. Ihre Arbeitspraxis bekommt sie in crossmedialen Projekten bei BWH.
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