automotiveIT: Das aktuelle Interview
9/2010: Interview mit Klaus Hardy Mühleck, IT-Leiter bei Volkswagen
»Innovationen haben bei Volkswagen Tradition.«
Klaus Hardy Mühleck, CIO des Volkswagen-Konzerns über die Rolle der Konzern-IT, Technologie-Hypes und Cloud Computing.
Herr Mühleck, welchen Stellenwert hat die Konzern-IT von Volkswagen?
Ohne IT lässt sich heute kein Auto entwickeln, keine Fertigung steuern und kein Kunde bedienen. Volkswagen ist rund um die Uhr vernetzt mit rund 26000 Lieferanten sowie 20000 Importeuren, Handels- und Servicepartnern. Diese globale Vernetzung macht uns zu einem Unternehmen, das niemals ruht. IT-Kompetenz zählt daher im Volkswagen·Konzern zu den Kernkompetenzen.
Volkswagen will der weltweit führende Automobilhersteller werden. Welche Herausforderungen kommen dabei auf Sie zu?
Die Aufgabe der Konzern-IT ist, die Wachstumsstrategie des Unternehmens durch Effizienzsteigerungen und Innovationen zu unterstützen und voranzutreiben. Dabei wollen wir unsere Kostenposition stabil halten. Im Wettbewerbsvergleich sind wir sehr effizient: Nur ein Prozent des Umsatzes fließt jährlich in die Konzern-IT. Das ist im Benchmark der Autcmobilbranche die Pole-Position.
An welchen Stellen setzen Sie konkret an?
Auf Basis standardisierter Technologien und Prozesse erzielen wir größtmögliche Effekte bei geringem Aufwand.
Wir trimmen unsere gesamte Infrastrnktur durchgängig auf Effizienz - angefangen bei den Rechenzentren über die BusinessIT mit Arbeitsplatzsystemen wie PCs und Laptops bis hin zur weltweiten Druckerkonsolidierung. Auch für das Application Management unserer Konzernsysteme haben wir weltumspannende Partnermodelle mit spezialisierten IT-Dienstleistem etabliert. Diese Kernaufgaben der Business-IT sind im Volkswagen Konzern aber nur eine Seite der Medaille.
Auf der anderen Seite nehmen wir zunehmend die Rolle des Technologie-Innovators ein und unterstützen beispielsweise neue Mobility-Services für die Fahrzeuge unserer Kunden. So nutzen etwa die Navigationssysteme im neuen Phaeton Google Maps und im neuen Audi AB Google Earth. Den Zugriff auf diese und andere Online-Dienste stellt die Konzern-IT im Backend zur Verfügung.
Kommt Ihre Mannschaft fachlich überhaupt mit diesem erweiterten Aufgabenspektrum klar?
Definitiv. Das Feld der Car-IT ist für uns nicht neu. Wir unterstützen bereits seit geraumer Zeit unsere Handels- und Servicepartner weltweit mit Online-Services. Hier gehen wir so weit, dass wir die individuellen Fahrzeugdaten in die Aftersales-Services integrieren. Ebenso haben wir einen intelligenten Fahrzeug-Diebstahlschutz aufgebaut: Jedes Auto, das unsere Werke verlässt, betanken wir mit einer sicheren kryptografischen Softwareverschlüsselung. Diese wird an einer zentralen IT-Stelle gehalten - für alle Fahrzeuge und alle Marken in allen Ländern.
Last, but not least: Auch die Technik, die für das wachsende Infotainment-Angebot in den Fahrzeugen gebraucht wird, steuern wir bei. Dabei unterstützen uns bewährte Provider- und Content-Partner.
Lassen Sie uns bei der IT im Fahrzeug bleiben: Wo genau hört die Zuständigkeit der Entwicklungskollegen auf. Wo fängt die der IT an?
Die Technische Entwicklung von Volkswagen arbeitet an der IT im Auto, also den Embedded Systems wie zum Beispiel dem Motormanagement und dem integrierten Infotainment. Die Konzern-IT stellt mit ihren Systemen die Anbindung der Fahrzeuge sicher - an die Produktion, den Handel oder das Internet.
Alle Projekte zeichnen sich durch eine klare Aufgabenteilung und eine enge Kooperation aus. Die fachlichen Vorgaben kommen aus der Technischen Entwicklung. Hier sind wir der interne Dienstleister und setzen die Vorgaben operativ um.
Das ist bei allen Marken gleich geregelt?
Selbstverständlich.
Tipp: das komplette Interview können Sie sich als PDF herunterladen.
Das Gespräch führten: Ralf Bretting und Hilmar Dunker
- Dateien:
automotiveIT_interview_2010_09.pdf225 K
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