Diese Webseite nutzt unbedingt erforderliche Cookies. Wenn Sie auch der Verwendung von Cookies zur besseren Nutzererfahrung zustimmen, klicken Sie bitte „Einverstanden“. Mit Klick auf „Privatsphäre Einstellungen“ können Sie die Cookie-Einstellung jederzeit ändern und eine erteilte Einwilligung widerrufen. Weitere Informationen erhalten Sie in den Datenschutzhinweisen.

Einverstanden Privatsphäre Einstellungen

BWH-Magazin: Warum große Verlage systematisch auf klimaneutrales Drucken setzen // Foto: Artak Petrosyan (unsplash)

Warum große Verlage systematisch auf klimaneutrales Drucken setzen

Die Welt durch klimaneutrale Produktion ein bisschen besser machen

Dass bei der Produktion von Zeitschriften CO2-Emissionen anfallen, ist jedem Verlag bewusst. Es lässt sich aber auch etwas zurückgeben. Bereits 2016 haben wir in unserem Magazin über das klimaneutrale Drucken berichtet und gezeigt, wie Unternehmen ihre Prozesse klimaneutral gestalten können. Moritz Lehmkuhl, Gründer und Geschäftsführer von ClimatePartner, zeigt in seinem Gastartikel Möglichkeiten, wie es heute bei der klimaneutralen Produktion aussieht und wie Unternehmen und Verlage ihre Klimaneutralität systematisieren können.


Der Klimawandel ist zurzeit in den Medien sehr präsent: Die New York Times hat ein ausführliches Dossier veröffentlicht, „Losing Earth: The Decade We Almost Stopped Climate Change“ (1), der Spiegel „Die Katastrophe hätte verhindert werden können“ (2), der Tagesspiegel „Heißzeit-Studie: Erderwärmung von bis zu 5 Grad. Eine Welt, die anders ist, als alles, was wir kennen“ (3), um nur einige zu nennen. Der Sommer war spürbar zu heiß, was dem Klimaschutz eine gewisse aktuelle Brisanz verschafft. Es wird immer deutlicher: Wir müssen etwas tun. Viele Unternehmen setzen auch schon konkrete Maßnahmen für den Klimaschutz um und bieten ihren Kunden klimafreundliche Produkte oder Dienstleistungen an. Welche Bedeutung hat das Thema klimaneutrales Drucken vor diesem Hintergrund?

Klimaneutral durch Ausgleich der Emissionen

Eines der Vorreiterthemen im Klimaschutzengagement der Unternehmen ist das klimaneutrale Drucken. Auch BWH bietet es an, schon als eine der ersten Druckereien. Das heißt, wir von ClimatePartner erfassen gemeinsam mit BWH regelmäßig alle CO2-Emissionen, die in der Druckerei anfallen – etwa durch den Energieverbrauch der Druckmaschinen, durch den Betrieb der Gebäude, die Anfahrt der Mitarbeiter und natürlich die Emissionen der Rohstoffe wie Papier. Soweit möglich, reduziert BWH diese Emissionen Schritt für Schritt: zum Beispiel mit Druckfarbe zu 70 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen oder Ökostrom in der Produktion. Alle verbleibenden, aktuell nicht vermeidbaren Emissionen können im nächsten Schritt den einzelnen Druckaufträgen zugeordnet werden.

Wählt ein Kunde nun den klimaneutralen Druck, kann er die Emissionen dieses Auftrags über ein anerkanntes und zertifiziertes Klimaschutzprojekt ausgleichen.

Moritz Lehmkuhl, Gründer und Geschäftsführer von ClimatePartner

In knapp 10 Jahren haben auf diese Weise BWH-Kunden an die 1.200 Aufträge klimaneutral ausgeführt. Für jeden klimaneutralen Auftrag erhalten Kunden das ClimatePartner-Label, um die Drucksache eindeutig als klimaneutral zu kennzeichnen. Für den Kunden eine schöne Gelegenheit, etwa den Geschäftsbericht klimaneutral produzieren zu lassen und sich damit zum Klimaschutz zu bekennen.

Diese Art von klimaneutralem Drucken ist für den Druckkunden vergleichsweise einfach und dabei sehr wirkungsvoll, da sie Klimaschutzprojekte fördert. Klimaschutzprojekte sparen nachweislich CO2-Emissionen ein und treiben eine nachhaltige Entwicklung auch in anderen Teilen der Welt voran, zum Beispiel durch den Ausbau erneuerbarer Energien. Viele Unternehmen und Verlage lassen deshalb regelmäßig klimaneutral drucken.

Bergwaldprojekt Oberallgäu: International anerkannte Klimaschutzprojekte lassen sich mit regionalen Waldschutzprojekten kombinieren, wie es der Ludwig Verlag (Random House) macht.
Foto: Bergwaldprojekt e.V.
BWH-Magazin: Verlage stellen auf klimaneutrale Produktion um - Bergwaldprojekt Oberallgäu // Foto: Bergwaldprojekt e.V.

Große Verlage wie Random House oder Murmann systematisieren Klimaneutralität

Einige große Verlage haben das Thema noch weiter ausgebaut. Anstatt nur vereinzelt Auflagen bei ihren Zuliefer-Druckereien klimaneutral zu bestellen, wenn es zum Thema passt und die jeweilige Druckerei das zufällig anbietet, haben sie den Prozess nun strategisch systematisiert. Das bedeutet, alle Druckereien arbeiten nach denselben Standards bei der Erfassung und Berechnung ihrer CO2-Emissionen.

Der Verlag kann dann zentral alle Bücher einheitlich klimaneutral produzieren lassen, ganz gleich, welche Druckerei er beauftragt.

Moritz Lehmkuhl, Gründer und Geschäftsführer von ClimatePartner

Der Ausgleich findet jeweils über dasselbe, vom Verlag ausgewählte Klimaschutzprojekt statt und die Bücher sind am Ende einheitlich gelabelt. So gehen beispielsweise das Gütersloher Verlagshaus oder der Verlag Ludwig vor, beide Verlagsgruppe Random House, oder auch der Murmann-Verlag. Das zeigt, welche Bedeutung das Thema Klimaneutralität in der Branche inzwischen erreicht hat. Alle Neuerscheinungen der genannten Verlage sind als klimaneutral gelabelt – für jeden Leser sichtbar.

BWH-Magazin: Verlage stellen auf klimaneutrale Produktion um - Bestseller aus dem Ludwig Verlag, Random House // Foto: Gütersloher Verlagshaus/Ludwig Verlag/Random House
Zum Beispiel klimaneutral gelabelt: Bestseller aus dem Ludwig Verlag, Random House
Fotos & Collage: Gütersloher Verlagshaus/Ludwig Verlag/Random House
BWH-Magazin: Verlage stellen auf klimaneutrale Produktion um - Buch von Peter Wohlleben aus dem Ludwig Verlag, Random House // Foto: Gütersloher Verlagshaus/Ludwig Verlag/Random House


Über die ID-Nummer auf dem Label und den QR-Code ist auch nachvollziehbar, wie der Ausgleich stattgefunden hat. Mehr über Klimaneutralität bei Random House steht im Börsenblatt des deutschen Buchhandels (4) oder auf der ClimatePartner-Homepage (5).

Für Verlage ist klimaneutral zu drucken ein großer Hebel im Klimaschutz. Das Papier braucht relativ viel Energie in der Herstellung und ist damit eine der größten Emissionsquellen in der Branche. Werden diese Emissionen ausgeglichen und entsprechende Klimaschutzprojekte gefördert, ist daher schon einiges erreicht.

Klimaneutrale Verpackungen sind ebenso auf dem Vormarsch

Auch im Handel und bei Konsumgüterherstellern gewinnt Klimaneutralität an Bedeutung. Die Verpackungen sind eine gute Möglichkeit, sinnvoll mit dem Thema Klimaschutz zu starten – die Wirkung ist deutlich und vor allem sichtbar. So zum Beispiel setzt das Hannoveraner Unternehmen Laverana, der Hersteller von Lavera Naturkosmetik, strukturiert auf klimaneutrale Verpackungen (6) bei neuen Produktlinien. Die Gesichtspflege Hydro Effect Day Creme oder Hydro Effect Serum und die Basis Sensitiv Antifaltenpflege sind bereits unter den klimaneutral verpackten Produkten.

Klimaneutral verpackte Naturkosmetik von lavera unterstützt ein Klimaschutzprojekt in Kenia
Foto: ClimatePartner
BWH-Magazin: Verlage stellen auf klimaneutrale Produktion um - Klimaneutral verpackte Naturkosmetik von lavera unterstützt ein Klimaschutzprojekt in Kenia // Foto: ClimatePartner

Machen diese Unternehmen es sich nicht zu einfach?

Manchmal wird auch Kritik am freiwilligen Klimaschutz und am Ausgleich von CO2-Emissionen geäußert. Kaufen die Unternehmen sich nicht lediglich von ihrer Verantwortung frei, anstatt ihren CO2-Ausstoß tatsächlich zu reduzieren?

Nun, Fakt ist: Um das Ziel einer maximalen Erderwärmung von 2 Grad zu erreichen, wird es bei Weitem nicht genügen, Emissionen zu reduzieren. Abgesehen davon ist es nach aktuellem Stand der Technik auch gar nicht möglich, den gesamten Energiebedarf der Industrie aus erneuerbaren Energien abzudecken. Wir müssen vor allem dafür sorgen, dass in den aufstrebenden Schwellenländern von vornherein eine nachhaltige Entwicklung stattfindet und nicht dieselben Fehler wiederholt werden, die wir in Europa oder in Nordamerika seit dem Beginn der Industrialisierung gemacht haben.

Dies ist der Gedanke des Green Development Mechanism aus dem Kyoto-Protokoll. Und es ist, neben der nachweislichen Einsparung von CO2-Emissionen, der Sinn von Klimaschutzprojekten. Das Prinzip der Klimaneutralität mit dem Ausgleich von Emissionen ist ein Weg, solche Projekte gezielt zu fördern und Unternehmen wie Verbraucher dabei einzubeziehen.

Klimaschutzprojekte und ihre Effekte

Klimaschutzprojekte sind Projekte zur zusätzlichen Reduktion von Treibhausgasen. Das können etwa klassische Aufforstungs- oder Waldschutzprojekte sein, bei denen die Erhaltung bestehender oder Schaffung neuer Waldflächen zur Senkung der CO2-Konzentration in der Atmosphäre beiträgt. Oder es können Projekte sein, die die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen konkret und messbar reduzieren – etwa indem sie die Umstellung auf Biomasse fördern. Dadurch stoßen viele Klimaschutzprojekte weltweit Innovationen an und sorgen für eine schnellere Verbreitung von Technologien zur CO2-Reduktion.

Für das Weltklima ist es übrigens unerheblich, wo eine Tonne CO2 eingespart wird: Der positive Effekt auf das Weltklima ist immer der gleiche.

Moritz Lehmkuhl, Gründer und Geschäftsführer von ClimatePartner

Außerdem haben Klimaschutzprojekte immer auch Auswirkungen auf die Bevölkerung vor Ort: Sie schaffen Einkommensmöglichkeiten, richten Schulen oder Krankenhäuser ein, bauen die Infrastruktur aus und treiben somit die wirtschaftliche Entwicklung an. Bei ClimatePartner zum Beispiel weisen wir die sozialen Effekte unserer Projekte gesondert aus und zeigen, was sie zu den Zielen für Nachhaltige Entwicklung der UN (SDGs) beitragen.

Darstellung der Ziele für Nachhaltige Entwicklung der UN (SDGs) bei den ClimatePartner-Projekten
Foto: ClimatePartner
BWH-Magazin: Verlage stellen auf klimaneutrale Produktion um - Darstellung der Ziele der UN bei ClimatePartner-Projekten // Foto: ClimatePartner

Nicht reden, machen!

Um die globale Erderwärmung aufzuhalten, brauchen wir Klimaschutzprojekte. Durch Klimaneutralität können wir solche Projekte ausbauen und es auch den Verbrauchern ermöglichen, Klimaschutz zu unterstützen. Der Prozess des klimaneutralen Druckens und von klimaneutralen Verpackungen ist inzwischen so standardisiert, dass Unternehmen ihn ohne Aufwand umsetzen können. Es gibt also wirklich keinen Grund, weiterhin davon zu reden, man müsse endlich etwas tun. Jeder kann es jetzt einfach machen!


Zum Abschluss ein Hinweis in eigener Sache: Bei BWH unterstützen wir durch die klimaneutralen Drucksachen übrigens das Wasserkraft-Projekt Antsirabe in Madagaskar (7)




Teaserbild: Artak Petrosyan (unsplash)

Quellen & Verweise:
(1)    New York Times Magazine: nytimes.com/interactive/2018/08/01/magazine/climate-change-losing-earth.html
(2)    Der Spiegel: spiegel.de/kultur/gesellschaft/klimawandel-die-katastrophe-haette-verhindert-werden-koennen-a-1221528.html
(3)    Der Tagesspiegel: tagesspiegel.de/weltspiegel/heisszeit-studie-erderwaermung-von-bis-zu-5-grad-eine-welt-die-anders-ist-als-alles-was-wir-kennen/22886048.html
(4)    boersenblatt.net: boersenblatt.net/artikel-in_kooperation_mit_climate_partner.1405131.html
(5)    ClimatePartner-Homepage Random House-News: climatepartner.com/de/news/klimaneutral-auf-den-bestsellerlisten
(6)    Klimaneutrale Verpackungen bei lavera: lavera.de/lavera-welt/die-marke-lavera/klimaneutral/
(7)    ClimatePartner-Wasserkraft-Projekt Antsirabe in Madagaskar: fpm.climatepartner.com/project/details/1027




Was meinen Sie zu diesem Thema?


Ihre Meinung ist uns wichtig! *
*
*
*

* Pflichtangaben; Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.



Keine Kommentare
Ansprechpartner
Über den AutorMoritz Lehmkuhl ist Gründer & Geschäftsführer von ClimatePartner. CP fördert & steuert die Entwicklung von Klimaschutzprojekten in Zusammenarbeit mit einem weltweiten Netzwerk. Im Magazin haben wir ihn bereits 2016 interviewt.
Ansprechpartner
Über den AutorMoritz Lehmkuhl ist Gründer & Geschäftsführer von ClimatePartner. CP fördert & steuert die Entwicklung von Klimaschutzprojekten in Zusammenarbeit mit einem weltweiten Netzwerk. Im Magazin haben wir ihn bereits 2016 interviewt.
Seite teilen
  • Facebook
  • Google+
  • Twitter
  • XING
Seite teilen
  • Facebook
  • Google+
  • Twitter
  • XING
Seite teilen
  • Facebook
  • Google+
  • Twitter
  • XING
Newsletter
Bleiben Sie immer auf dem aktuellen Stand mit unserem Newsletter
Jetzt anmelden
Der schnelle Weg zum Ziel
Sprechen Sie mit uns über Ihre Ziele, Wünsche, Ideen.

t  0511 94670-0
f  0511 94670-16
m  indonxfo@5oi1rbw-h.d+fewsa
Kontakt
Bleiben Sie mit uns über Fachthemen über Druck & Digital Publishing auf dem Laufenden!

Hier können Sie den Newsletter abonnieren